Forschungszentren für Wissenschaftskommunikation erhalten weitere Förderung
VolkswagenStiftung
Im Juni 2025 trafen sich Geförderte der Ausschreibung "Wissenschaftskommunikation hoch drei" bei einem Statussymposium in Schloss Herrenhausen in Hannover, um sich zu vernetzen, Zwischenergebnisse auszutauschen und Perspektiven für die Zukunft zu diskutieren.
Die VolkswagenStiftung fördert die Etablierung von vier Zentren für Wissenschaftskommunikationsforschung: Die Zentren in Kiel, Tübingen/Karlsruhe, München und im Rhein-Ruhr-Gebiet konnten das Kuratorium der Stiftung mit ihren Zukunftsplänen überzeugen und erhalten in einer zweiten Förderrunde insgesamt rund 7 Mio. Euro.
Mit der Initiative "Wissenschaftskommunikation hoch drei" finanziert die VolkswagenStiftung seit 2021 bundesweit Forschungszentren, in denen Forschende und Praktiker:innen gemeinsam untersuchen, wie Wissenschaftskommunikation funktioniert und wie sie verbessert werden kann. Neben der Forschung werden mit Praxispartner:innen neue Formate der Vermittlung entwickelt und erprobt. Insgesamt hat die Stiftung für die Startphase der Zentren 15 Mio. Euro Fördergelder bewilligt.
Verstetigung durch erneute Förderung
In der drei Jahre andauernden zweiten Förderphase können die Zentren u. a. ihre Forschungsarbeiten weiterentwickeln, sich an den Heimatinstitutionen weiter verankern und neben der nationalen auch die internationale Vernetzung vorantreiben. Insgesamt stellt die Stiftung dafür rund rund 7 Mio. Euro zur Verfügung.
Georg Schütte, Vorstand der VolkswagenStiftung: "Wir haben mit unserer Förderung der vier Zentren für Wissenschaftskommunikationsforschung die nötigen Experimentierräume geschaffen, in denen Wissenschaft und Kommunikationspraxis im Austausch mit ihren Zielgruppen neues Wissen und neue Methoden entwickeln. Mit der zweiten Förderphase sorgen wir im Schulterschluss mit den Universitäten dafür, dass die Zentren sich dauerhaft etablieren, die vielversprechenden Forschungsansätze weiteren Schub bekommen und das wertvolle Praxiswissen auf die Straße kommt".
Die Pläne der vier Zentren für die zweite Förderphase:
Kiel Science Communication Network (KielSCN)
Das KielSCN erforscht die Bedeutung von Visualisierungen in der Wissenschaftskommunikation, insbesondere in den Gesundheits- und Lebenswissenschaften. In der zweiten Förderphase steht im Mittelpunkt, wie visuelle Darstellungen Emotionen und Vertrauen kurz- und langfristig beeinflussen. Auch soll der Transfer zwischen Wissenschaft und Wissenschaftskommunikation durch das Erproben neuer Jobprofile (sog. "Broker") an Universitäten ausgetestet werden. Weitere Informationen in unserer Projektdatenbank: KielSCN.
Munich Science Communication Lab (MSCL)
Das MSCL beschäftigt sich mit Kommunikation zu "Planetary Health", also den Zusammenhängen von Umwelt, Klimakrise und menschlicher Gesundheit. Künftig sollen die Arbeiten am Zentrum darauf fokussiert werden, wie Wissenschaftskommunikation wirksam, konstruktiv und resilient gestaltet werden kann. Die Forscher:innen nehmen die systematische Evaluation von Wissenschaftskommunikation in den Blick und ihre Anwendung in verschiedenen kulturellen und regionalen Kontexten, sowie Forschungsfragen zu negativen Folgen von Wissenschaftskommunikation – etwa im Umgang mit Desinformation oder Online-Angriffen. Weitere Informationen in unserer Projektdatenbank: MSCL.
RHET AI – Center for Rhetorical Science Communication Research on Artificial Intelligence
Das RHET AI untersucht, wie Künstliche Intelligenz gesellschaftlich diskutiert und vermittelt wird. Während in der ersten Förderphase öffentliche Narrative über KI im Fokus standen, richtet sich die Forschung zukünftig darauf, wie Menschen mittels KI wissenschaftliche Inhalte verstehen und kommunizieren. Im Zentrum steht die Frage, welche Verständigungsgrundlagen ("common ground") in Kommunikationsprozessen gelten können, wenn KI Systeme Inhalte individuell an Nutzer:innen anpassen. Weitere Informationen in unserer Projektdatenbank: RHET AI.
Rhine Ruhr Center for Science Communication Research (RRC)
Das RRC erforscht Wissenschaftskommunikation zu den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sowie die Wissenschaftskommunikation über das Wissenschaftssystem. Es nimmt die Herausforderungen des Wissenschaftsjournalismus vor dem Hintergrund einer "Krise der Faktizität" in den Blick und entwickelt Formate, die die Praktiken und Grenzen von Wissenschaft sichtbar machen. In der zweiten Förderphase rückt der Aspekt des finanziellen Drucks auf öffentlich-rechtliche Medien und das Wissenschaftssystem in den Fokus der Arbeiten. Weitere Informationen in unserer Projektdatenbank: RRC.