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Forschung zu Demokratien im Wandel: 14,3 Mio. Euro für elf transdisziplinäre Projekte

#Demokratie

Autorin: Tina Walsweer

Grafik mit jungen Menschen, die politische Botschaften auf einer Demonstration von sich geben.

Populismus, digitale Polarisierung und sinkendes Vertrauen in Institutionen fordern Demokratien weltweit heraus. Die VolkswagenStiftung unterstützt jetzt elf neue Forschungsprojekte, die gemeinsam mit Praxispartner:innen Lösungen entwickeln. Sie forschen u. a. zu Themen wie Cybergewalt, Gleichstellung, muslimischem Familienrecht und rechtextremen Geschichtsbildern.

Demokratien stehen unter Druck: Der zunehmende Einfluss populistischer Parteien, wachsende gesellschaftliche Polarisierung, digitale Kommunikationsräume und sinkendes Vertrauen in demokratische Institutionen verändern die Bedingungen demokratischer Entscheidungsprozesse. Vor diesem Hintergrund ermöglicht die VolkswagenStiftung in dem Programm "Transformationswissen über Demokratien im Wandel – transdisziplinäre Perspektiven" Forschung zu aktuellen, drängenden Fragestellungen zu Demokratien im Wandel, die wissenschaftliche Analyse mit Perspektiven aus Politik, Zivilgesellschaft, Medien und Kultur verbindet. Gemeinsam entwickeln je zwei bis drei Wissenschaftler:innen und Praxispartner:innen Forschungsfragen, untersuchen aktuelle Transformationsprozesse von Demokratien und leiten daraus konkrete Handlungsempfehlungen für gesellschaftliche Akteur:innen in der Politik, der Wirtschaft oder der Zivilgesellschaft ab.

"Demokratien verändern sich ständig – und sie stehen heute vor besonders komplexen Herausforderungen. Um diese zu verstehen und konstruktiv zu gestalten, braucht es Forschung, die unterschiedliche Perspektiven zusammenbringt und den Dialog mit der Praxis sucht", sagt Dr. Cora Schaffert Ziegenbalg, Förderreferentin der VolkswagenStiftung. "Genau hier setzt unsere Initiative an: Sie schafft Raum für neue Kooperationen und für Wissen, das gesellschaftliche Veränderungen konkret mitgestalten kann."

Illustration mit mehreren demonstrierenden Menschen mit Schildern mit "Daumen hoch" oder "Daumen runter" Symbolen

Transformationswissen über Demokratien im Wandel – transdisziplinäre Perspektiven

Das Programm richtet sich an Geistes-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaftler:innen und ihre außerwissenschaftlichen Partner:innen, die gemeinsam unterschiedliche Ideen und Fragestellungen zu Demokratie im Wandel bearbeiten möchten. Die nächste Ausschreibung wird im Herbst 2026 veröffentlich.

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Die neu geförderten Projekte werden im Folgenden kurz vorgestellt.

Cybergewalt wirksamer bekämpfen

Beleidigungen, Drohungen und gezielte Onlinekampagnen gegen Politiker:innen nehmen zu. Die Forschenden aus Politikwissenschaft, Geschlechterforschung und Kriminologie untersuchen, wie diese Form von Cybergewalt reguliert, überwacht und geahndet werden kann – ohne dabei jedoch die Meinungsfreiheit und individuelle Grundrechte einzuschränken und das Vertrauen von Bürger:innen in die Demokratie zu verletzen. Gemeinsam mit den Partner:innen aus der Praxis bringen die Forschenden Akteur:innen aus der Politik, Justiz und Sicherheitsbehörden an einen Tisch und untersuchen deren unterschiedliche Erwartungen, Rollen und Interessen, um gemeinsam Lösungen für das Dilemma zu finden.

"Caught in the Crossfire: Political Cyberviolence and Institutional Responses to Safeguard Democracy" (Prof. Dr. Gülay Caglar, Prof. Dr. Kirstin Drenkhahn, Freie Universität Berlin; Dr. Julia Ebner, Institute for Strategic Dialogue, Berlin; Kriminalistisches Institut, Bundeskriminalamt; rd. 1,3 Mio. Euro)

Förderangebot Task Forces: Hochdruckforschung für die Demokratie

Demokratien sind weltweit bedroht. Was kann die Wissenschaft zu ihrer Resilienz beitragen? Antworten sollen Forschende und außerwissenschaftliche Akteur:innen in "Task Forces" erarbeiten, die ein Jahr lang gefördert werden. Adelheid Wessler und Cora Schaffert-Ziegenbalg stellen das Angebot vor.

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Gefährden Angriffe auf Gleichstellung die Demokratie?

Die Forschenden untersuchen, wie rechts-populistische Angriffe auf Gleichstellung und Antidiskriminierung die Demokratie schwächen können und wie deutsche Parlamente mit dieser Herausforderung umgehen. Gemeinsam mit Partner:innen aus der Gleichstellungsarbeit untersuchen die Wissenschaftlerinnen drei Landtage in Baden‑Württemberg, Brandenburg und Bremen. Das Team analysiert etwa, wie viele Frauen Führungspositionen einnehmen, ob die Arbeitsbedingungen familienfreundlich sind und wie Parlamente mit unangemessenem Verhalten umgehen. Aus den Ergebnissen entwickeln sie konkrete Reformvorschläge, Aktionspläne für die drei Parlamente und ein digitales Werkzeug, das auch andere Bundesländer nutzen können, um Parlamente geschlechtergerechter, transparenter und resilienter zu machen

"Gender Equality in German State Parliaments: Gender-sensitive Institutional Reforms in Times of Anti-democratic Backlash (GeParD)" (Dr. Petra Ahrens, Freie Universität Berlin; Dr. Valentine Berthet LL.M., University of Helsinki, Finnland; Dr. Uta Kletzing, Ministerium für Gesundheit und Soziales Land Brandenburg; Kathrin Mahler Walther, Europäische Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin; Bettina Wilhelm, Zentralstelle der Landesfrauenbeauftragten (ZGF), Bremen; rd. 1,4 Mio. Euro)

Polarisierung im Netz

In sozialen Medien verbreiten sich vermehrt Inhalte, die politische Konflikte bewusst zuspitzen. Gleichzeitig verlieren viele Menschen das Vertrauen in demokratische Institutionen. Das Projektteam untersucht, wie beides zusammenhängt. Sie führen dazu Interviews und analysieren Inhalte auf Plattformen wie TikTok und YouTube, untersuchen, wie polarisierende Beiträge sichtbar werden, welche Rolle Algorithmen spielen und wie solche Inhalte politische Einstellungen beeinflussen. Die Ergebnisse sollen bspw. in Bildungsangebote und Workshops für Schulen und Zivilgesellschaft einfließen.

"Triggering Democratic Frustration: Understanding and Countering Strategic Polarisation on Digital Platforms" (Dr. Jakob Ohme, Weizenbaum-Institut, Berlin; Dr. Simone Ruf, Gesellschaft für Freiheitsrechte, Berlin; Melanie Stein, Wir sind der Osten, Leipzig; Prof. Dr. Thorsten Thiel, Universität Erfurt; Prof. Dr. Ulrike Klinger, Universität Amsterdam; rd. 1,4 Mio. Euro)

Rechtsextreme Geschichtsbilder im Netz

Das internationale Forschungsteam untersucht, wie rechtspopulistische Gruppen in Deutschland, Italien und Spanien Geschichte für ihre Zwecke nutzen und welche Auswirkungen dies auf heutige Demokratien hat. Die Wissenschaftler:innen und Praxispartner:innen analysieren Algorithmen, Onlinebeiträge und Videos auf Plattformen wie YouTube oder TikTok etwa zum Nationalsozialismus, Faschismus und der Franco‑Diktatur. Zusätzlich sprechen sie in Workshops mit Jugendlichen, Familien und Lehrkräften darüber, wie sie diese Botschaften wahrnehmen. Gemeinsam mit zwei europäischen NGOs entwickelt das Team daraus Bildungsangebote und Materialien zur Medienkompetenz, um Desinformation und Radikalisierung besser entgegenzuwirken.

"Manipulation of the Past: Far-Right Ideologies and the Weaponization of History" (Prof. Dr. Thorsten Quandt, Universität Münster; PD Dr. Mathias Felipe De Lima Santos, Universitat Pompeu Fabra, Barcelona, Spanien; Prof. Dr. Walter Quattrociocchi, Sapienza Università di Roma, Italien; dataninja, Italien, Red Acoge, Spanien; rd. 1,3 Mio. Euro)

Grafik mit jungen Menschen, die politische Botschaften auf einer Demonstration von sich geben.

Bewilligungen Juli 2025

Rund 1,6 Mio. Euro Fördergeld für Projekte, die sich aktuellen Herausforderungen der Demokratie widmen: Von digitalen Deradikalisierungsstrategien über Reformansätze für demokratische Strukturen bis hin zum Umgang mit rechtsextremen Angriffen auf Museen – die geförderten Projekte setzen auf transdisziplinäre Ansätze und praxisnahe Lösungen.

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Neue Perspektiven auf den gesamtdeutschen Transformationsprozess seit 1990

Die Umbrüche nach der deutschen Wiedervereinigung prägen bis heute politische Debatten. Zugleich hält dieser spezifische deutsche Transformationsprozess um 1989/1990 erstmals stärker Einzug in den Schulunterricht. Die Historiker:innen und Expert:innen für politische Bildung wollen deshalb neue Perspektiven auf die Transformationszeit seit 1990 sichtbar machen. Gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Partner:innen führen sie Interviews mit Zeitzeug:innen und arbeiten mit Archivmaterial. Aus den Ergebnissen entwickeln sie Materialien für Schulen sowie für Jugend‑ und Erwachsenenbildung und kuratieren eine Ausstellung, um Austausch zu schaffen.

"Reframe, Reflect, Connect – Transforming Memory Culture regarding (East) Germany’s Transformation" (Prof. Dr. Jörg Ganzenmüller, Technische Universität Dresden; Dr. Albert Drews, Evangelische Akademie Loccum; Dr. Frank Eckhardt, riesa efau. Kultur Forum Dresden; Prof. Dr. Kathrin Klausmeier, Universität Göttingen; Dr. Jochen Voit, Stiftung Ettersberg, Weimar; rd. 1,4 Mio. Euro)

Stärken Bürgerräte Vertrauen in Demokratie?

Die Forschenden untersuchen, ob und inwiefern die Teilnahme an Bürgerräten nicht nur die Haltung der Teilnehmenden selbst zu Demokratie verändert, sondern auch Einfluss auf ihr soziales Umfeld hat. Ein erstes Pilotprojekt bestätigt diese Annahme; die Bürgerräte scheinen über die Teilnehmenden hinaus in die gesamte Gemeinde zu wirken. Nun richtet das Team gemeinsam mit der Stadt Markkleeberg in Sachsen und der Initiative Offene Gesellschaft drei neue Bürgerräte ein. Dabei testen sie neue Wege, die Rekrutierung von Bürgerratsteilnehmer:innen inklusiver zu gestalten, damit die Repräsentativität der Gremien zu steigern und die demokratische Resilienz von Gemeinden zu steigern.

"Next-Generation Citizen Councils for Revitalizing Democracy at the Community Level (NexCiCo+)" (Dr. Sebastian Ziaja, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, Köln; Hannah Göppert, Initiative Offene Gesellschaft, Berlin; Dr. Antonia Carolin May, Universität Mannheim; Karsten Schütze, Gemeindeverwaltung Markkleeberg; rd. 830.000 Euro)

Die Rolle von Zivilgesellschaft in Demokratien

Zivilgesellschaftliche Organisationen können Demokratien stärken, etwa wenn sie Missstände aufdecken oder Bürgerbeteiligung fördern. Gleichzeitig können sie die Demokratie schwächen, unter anderem dann, wenn sie selbst zu demokratischen Erosionsprozessen beitragen. Das Forschungsteam untersucht deshalb an fünf Fallbeispielen, wie Staaten solche Organisationen regulieren und welche Folgen das für demokratische Entwicklungen hat. Das Projektteam analysiert Gesetze und politische Maßnahmen in Deutschland, Georgien, Großbritannien, der Ukraine und der EU. Sie entwickeln Kriterien, mit denen sich einschätzen lässt, wann und wie zivilgesellschaftliche Organisationen demokratische Prozesse beeinflussen, ob und wann Regulierung notwendig sein kann und wie diese aussehen sollte.

"The "Good", the "Bad", and the (Un)democratic: Regulating Civil Society in Democracies under Change" (Prof. Dr. Angelika Nußberger, Universität zu Köln; Prof. Dr. Gwendolyn Sasse, Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS), Berlin; Prof. Dr. Silvia von Steinsdorff, Humboldt-Universität zu Berlin; Vitor Teixeira, Transparency International EU, Brüssel, Belgien; Paul Zoubkov, Democracy Reporting International (DRI), Berlin; rd. 1,4 Mio. Euro)

Grafik mit jungen Menschen, die politische Botschaften auf einer Demonstration von sich geben.

Bewilligungen Januar 2025

Die Stiftung hat jetzt Forschende aus den Geistes-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften sowie Praktiker:innen außerhalb der Wissenschaft zusammengebracht, die gemeinsam sie neue Ideen und Lösungen entwickeln, um Demokratien widerstandsfähiger zu machen.

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Macht durch digitale Infrastrukturen

Digitale Technologien bestimmen zunehmend, wie wir kommunizieren, uns organisieren und politisch handeln. Vor diesem Hintergrund untersucht das Projektteam, wie digitale Infrastrukturen wie Cloud‑Plattformen, KI‑Systeme oder Satellitennetze unsere Demokratie verändern. Das Team fragt, ob solche technischen Systeme neue Formen von Macht schaffen – und welche Folgen das für demokratische Entscheidungsprozesse und Kontrolle hat. Zusammen mit zivilgesellschaftlichen Organisationen entwickelt das Team Ideen, wie sich digitale Infrastrukturen demokratischer gestalten lassen.

"INFRADEM Reconfiguring Digital Infrastructure as a Site of Democratic Transformation" (Prof Dr Anna-Verena Nosthoff, Universität Oldenburg; Dr. Katrin Becker, University of Luxembourg; Danny Lämmerhirt, Waag Society, Amsterdam, Niederlande; Jan Rathje, CeMAS – Center für Monitoring, Analyse und Strategie, Berlin; Wessel Reijers, Universität Paderborn; rd. 1,4 Mio. Euro)

Syrien vor europäischen Gerichten

Wenn schwere Verbrechen in Syrien nicht vor Ort vor Gericht verhandelt werden können, übernehmen zunehmend Gerichte in Europa diese Aufgabe. Möglich macht das das Prinzip der universellen Gerichtsbarkeit. Das Projektteam untersucht, wie diese Verfahren mit Demokratie in beiden Kontexten verbunden sind. Stärken sie die richterliche Unabhängigkeit und das Vertrauen in Europa? Eröffnen sie syrischen Gemeinschaften im Exil Möglichkeiten, demokratische Praktiken einzuüben, die eines Tages einen Übergang in Syrien prägen könnten? Zu diesen und weiteren Fragen spricht das Team mit Mitgliedern der syrischen Diaspora, beobachtet Gerichtsverfahren und wertet Beiträge in arabischsprachigen Medien aus. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob und wie solche Prozesse demokratische Entwicklungen fördern können.

"Trying Democracy: Universal Jurisdiction and Transnational Community-Making between Syria and Europe" (Prof. Dr. Pauline Endres de Oliveira, Dr. Itamar Mann, Humboldt-Universität zu Berlin; Syria Justice and Accountability Centre, Washington, USA; Jun.-Prof. Leila Ullrich Ph.D., University of Oxford, Großbritannien; rd. 1,3 Mio. Euro)

In einer Kunstaktion stehen Menschen auf einer Fibonacci-Folge auf der Wiese vor dem Reichstagsgebäude in Berlin

Bewilligungen Februar 2024

Die liberale Demokratie ist eine Grundvoraussetzung für eine Wissenschaftslandschaft mit unabhängiger und ergebnisoffener Forschung. Wie können wir unsere demokratischen Strukturen schützen? Welchen Gefahren sind sie ausgeliefert? Zehn neu geförderte Projekte widmen sich hochaktuellen Fragen der Demokratieforschung.

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Demokratie und Teilhabe in Hafenstädten

Hafenstädte stehen oft unter besonderem Druck: Wirtschaftliche Umbrüche, Abwanderung junger Menschen oder Umweltprobleme verändern das Leben vor Ort. Das Projektteam untersucht, wie sich unter solchen Bedingungen demokratische Teilhabe im Alltag entwickelt, wie Menschen ihre Rechte wahrnehmen und sich in ihrem Umfeld einbringen – etwa am Arbeitsplatz, in kulturellen Einrichtungen oder in lokalen Netzwerken. Dazu arbeiten die Forschenden mit den Praxispartner:innen in den Hafenstädten Bremerhaven, Lüderitz in Namibia, Valparaíso in Chile und Singapur. Neben Archivarbeit und Interviews setzen sie auch auf kreative Workshops mit Bürger:innen. Die Ergebnisse sollen zeigen, wie sich Teilhabe stärken lässt – hierfür werden praxisrelevante Erkenntnisse für Museen, Gewerkschaften, NGOs und lokale Behörden geschaffen.

"Functioning Citizenship at the Water's Edge: Everyday Democracy in Global Port Cities" (Prof. Dr. Ruth Schilling, Deutsches Schifffahrtsmuseum & Universität Bremen; Katharina Bothe, Deutsches Schifffahrtsmuseum, Bremerhaven; Meike Erichsen, ITF Seafarers' Trust, London, Großbritannien; Melanye Garland, freischaffende Künstlerin; rd. 1,3 Mio. Euro)

Muslimisches Familienrecht und Demokratie

Wie gehen demokratische Staaten mit unterschiedlichen Vorstellungen von Familienrecht um? Das Forschungsteam untersucht, wie Gerichte und Behörden auf Forderungen muslimischer Gemeinschaften reagieren. Dabei vergleichen die Forschenden die Situation in Deutschland, Italien, Großbritannien und Israel. In Workshops und Gesprächen tauschen sie sich mit Gemeindemitgliedern, religiösen Autoritäten, Jurist:innen sowie Behördenvertreter:innen aus. Auf dieser Grundlage entwickeln die Forschenden Empfehlungen, wie demokratische Staaten mit unterschiedlichen rechtlichen Traditionen umgehen können. Ziel ist es, den Dialog zwischen religiösen Gemeinschaften, Politik und Justiz zu stärken.

"The Challenges of Applying Muslim Family Law in Democratic Liberal States: A Comparative Action-Research Project" (Prof. Dr. Marie-Claire Foblets, Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung, Halle/Saale; Prof. Dr. Federica Sona, Università degli Studi di Torino, Iyad Zahalka, Muslim Sjhria`a courts, Jerusalem, Israel; Dr. Ido Shahar, Prof. Dr. Karin Carmit Yefet, University of Haifa, Israel; Dr. Islam Uddin, York Way Mosque, London, Großbritannien; Dr. Giacinto Bisogni, Italian Supreme Court; Rom, Italien; rd. 1,3 Mio. Euro)

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