Angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen gewinnt die Sicherheits- und Verteidigungsforschung in hohem Maße an Aufmerksamkeit und Bedeutung. Wie auch der Wissenschaftsrat in seinem Papier „Wissenschaft und Sicherheit in Zeiten weltpolitischer Umbrüche“ festhält, ergeben sich daraus sehr kurzfristige Handlungs- und Veränderungsbedarfe für die deutsche Wissenschaftslandschaft. Für die Universitäten wirft diese Neuausrichtung von Forschungsprioritäten in vielerlei Hinsicht neue Fragen auf:
- Wie lassen sich Forschungskooperationen mit der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie angesichts der erhöhten Sicherheits- und Geheimhaltungsanforderungen an sicherheitsrelevante Forschung gestalten?
- Wie lassen sich Zivil- und Friedensklauseln, die an vielen Hochschulen etabliert sind, mit sicherheitsrelevanter Forschung vereinbaren und wie beeinflussen sie die Rolle der Universitäten innerhalb und außerhalb der Institutionen?
- Wie können Dual-Use-Problematiken angesichts der Tatsache, dass sehr viele Forschungsergebnisse sowohl zivile als auch militärische Anwendungen finden können, diskutiert werden?
- Und schließlich: Wie lässt sich der Rahmen für sicherheitsrelevante Forschung ethisch verantwortungsvoll gestalten?
Das Forschungs- und hochschulpolitisches Werkstattgespräch soll dazu dienen, einen Überblick über diese verschiedenen Problemfelder zu gewinnen und über die anstehenden Herausforderungen und Möglichkeiten zu diskutieren.