VolkswagenStiftung
Was uns beim Wirkungsmonitoring wichtig ist
Um Wirkung zu verfolgen, erheben wir bei der Berichtsabgabe über das neue Förderportal spezifische Wirkungsindikatoren. Durch eine systematische Auswertung der Daten informieren wir uns über Forschungsergebnisse und Effekte in wissenschaftlichen und nicht-wissenschaftlichen Zielgruppen.
Unser Wirkungsmonitoring bildet die Basis, um unsere Förderaktivitäten zu reflektieren und zu prüfen, ob die gewählten Ziele erreicht werden. Zugleich entwickeln wir unser Instrumentarium im Austausch mit anderen Wissenschaftsförderern weiter. Das Ziel ist es, Evidenzen für längerfristige Wirkungen einzelner Fördermaßnahmen zu finden und zu belegen.
Diese sieben Prämissen beachten wir beim Wirkungsmonitoring:
1. Wissenschaftliche Integrität und die Reproduzierbarkeit der Forschungsergebnisse sind das Fundament jeglicher Effekte. Dies ist durch eine angemessene Dokumentation der Vorgehensweise und eine angemessene Aufbereitung der Forschungsdaten zu gewährleisten.
2. Publikationen sind ein wichtiges Resultat der Forschung. Statt auf reine Quantität legen wir Wert auf die Qualität der Veröffentlichungen. Darüber hinaus nehmen wir weitere Forschungsresultate in den Blick. Dazu gehören etwa kritische Diskurse, die sich aus den Forschungsbefunden ergeben. Wichtig ist uns, dass die Forschungsergebnisse für interessierte Zielgruppen offen zugänglich sind.
3. Wir erheben Wirkung in angemessenen Zeitintervallen. Eine Dauermessung birgt die Gefahr qualitätsmindernder Fehlanreize und überhöht den inkrementellen Fortschritt. Den Zeitpunkt der Berichtskampagnen orientieren wir folglich am Projektverlauf, nicht an starren kalendarischen Vorgaben.
4. Wirkung braucht Zeit; wir betrachten Wirkungsanalysen als Momentaufnahmen, die erst im Zeitverlauf an Aussagekraft gewinnen. Forschungsergebnisse werden in der Regel am Projektende veröffentlicht und entfalten ihre Wirkung bisweilen erst Jahre später, entfalten ihre Wirkung bisweilen erst Jahre später, insbesondere bei ambitionierter und risikobereiter Forschung.
5. Die Festlegung auf ein starres Set von Wirkungsindikatoren greift zu kurz: Wir passen unser Instrumentarium dem jeweiligen Förderkontext an. Denn die Wirkungen von Förderprojekten und -initiativen sind genauso vielfältig wie deren Inhalte, Ziele und Zielgruppen. Wir sind uns bewusst, dass auch nicht intendierte Effekte von hoher Relevanz sein können.
6. Wir reflektieren die Definition von Qualitätsindikatoren im Austausch mit unseren Geförderten. Statt einseitig Wirkungsindikatoren vorzugeben, fragen wir nach, woran die Wissenschaftler:innen die Effekte ihrer Forschung festmachen wollen. Wir nutzen Veranstaltungen, etwa unsere "Statussymposien" und Gefördertentreffen, zum Erfahrungsaustausch über Wirkungserwartungen und tatsächlich eingetretene Wirkungen.
7. Wir sind uns der Grenzen einer linearen Kausalität und einer eher willkürlichen Zuschreibung von Effekten unserer Förderung bewusst. In einer pluralen Förderlandschaft und gerade da, wo es um langfristige Auswirkungen auf gesellschaftliche Einstellungen und gesellschaftliches Handeln geht, werden vielfältige Einflüsse wirksam. So wird die kausale Zurechenbarkeit auf ein Projekt oder eine Initiative stets begrenzt bleiben.
Illustrationen: mann + maus unter Verwendung von Adobe-StockMotiven: stock.adobe.com/Kanisorn, fuzzbones, Zarya Maxim, 5second, Sergey Ryzhov, aekkorn, Ljupco Smokovski, F8/Suport Ukraine, Cello Armstrong, fotokitas