Wissenschaftssystem erneuern: Neue Initiative entwickelt Praxisvorschläge
#WissenschaftssystemWie bleibt das deutsche Wissenschaftssystem leistungsfähig, international attraktiv und frei? Verbesserungsvorschläge gibt es längst. Jetzt stellt sich eine Initiative der VolkswagenStiftung, der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft der Herausforderung, sie auch umzusetzen.
Die Finanzierung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen steht langfristig unter Druck. Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten für Forschung und Lehre, stellt aber auch bestehende Arbeitsweisen infrage. Gleichzeitig bedrohen autoritäre Tendenzen die Freiheit der Wissenschaft – international und auch in Deutschland.
Die "Initiative für ein handlungsfähiges Wissenschaftssystem" will dazu beitragen, dass die deutsche Wissenschaft diesen Herausforderungen begegnen und ihre Stärken weiterentwickeln kann. Getragen wird sie von der VolkswagenStiftung, der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.
Von Reformideen zu konkreten Handlungsvorschlägen
Vorschläge für die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems gibt es bereits viele. Dazu gehören insbesondere die Papiere des Wissenschaftsrates
- "Wissenschaft in Deutschland – Perspektiven bis 2040" und
- "Wissenschaft in der freiheitlich-demokratisch verfassten Gesellschaft".
Die neue Initiative greift diese und weitere Ideen auf. Ihr Ziel ist ein breit getragener Handlungsplan mit konkreten Schritten für die Erneuerung des Wissenschaftssystems. Die Empfehlungen richten sich insbesondere an die Wissenschaftspolitik in Bund und Ländern sowie an Verantwortliche in Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.
Inspiriert ist das Vorhaben von der "Initiative für einen handlungsfähigen Staat". Wie dort sollen Experten unterschiedlicher Fachrichtungen und politischer Perspektiven zusammenkommen, praktikable Vorschläge entwickeln und eine öffentliche Debatte anstoßen.
Drei Themen für ein zukunftsfähiges Wissenschaftssystem
Drei Arbeitsgruppen werden sich 2027 mit der Struktur, der Strategie- und Veränderungsfähigkeit sowie der Finanzierung des Wissenschaftssystems befassen. Dabei stehen unter anderem folgende Fragen im Mittelpunkt:
- Finanzierung: Wie können Bund und Länder die Wissenschaft verlässlich finanzieren und ihre Zusammenarbeit verbessern? Welches Verhältnis von Grundfinanzierung und zeitlich befristeter Projektförderung ist dafür sinnvoll?
- Strukturen: Wie können Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen ihre Aufgaben und Stärken weiterentwickeln, enger zusammenarbeiten und Bürokratie abbauen?
- Strategie und Wandel: Wie können wissenschaftliche Einrichtungen schneller auf Veränderungen reagieren und gleichzeitig langfristige Ziele verfolgen?
- Künstliche Intelligenz: Wie verändern neue Technologien Forschung und Lehre? Welche neuen Formen der Zusammenarbeit und welche Rahmenbedingungen sind dafür nötig?
- Wissenschaftsfreiheit: Wie können Wissenschaft und Wissenschaftspolitik auf autoritäre Tendenzen reagieren und die Freiheit von Forschung und Lehre schützen?
Die Initiative nimmt auch die Attraktivität des Wissenschaftsstandorts Deutschland für Talente aus dem In- und Ausland in den Blick. Zugleich geht es darum, die Vielfalt wissenschaftlicher Fächer zu erhalten und den Austausch von Wissen zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu stärken.
Drei Akademien übernehmen die Schirmherrschaft
Die Schirmherrschaft übernehmen Bettina Rockenbach, Präsidentin der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Claudia Eckert, Präsidentin von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, und Christoph Markschies, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
Die VolkswagenStiftung, die Gemeinnützige Hertie-Stiftung und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft finanzieren und organisieren die Initiative. Eine Geschäftsstelle an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften wird den Arbeitsprozess 2027 koordinieren. Die Arbeitsgruppen sollen ihren Zukunftsplan Anfang 2028 vorstellen.
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