Ein Zeichen für digitale Souveränität: 16 Stiftungen starten gemeinsame Mastodon-Instanz
Die VolkswagenStiftung gehört zu einem Initiator:innenkreis von sechs Stiftungen, die mit "stiftungen.social" eine eigene Mastodon-Instanz aufgebaut haben. Zehn weitere Stiftungen sind bereits beigetreten. Am heutigen Internationalen Tag der Pressefreiheit ist der Startschuss.
Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit gehen 16 deutsche Stiftungen gemeinsam auf der Mastodon-Instanz "stiftungen.social" online. Die Plattform wurde von sechs Stiftungen initiiert; zehn weitere Organisationen haben sich bereits vor dem Start angeschlossen.
Mit stiftungen.social setzen wir ein deutliches Zeichen für unabhängige soziale Netzwerke und stärken neue unabhängige digitale Räume.
Zum Initiator:innenkreis von "stiftungen.social" gehören neben der VolkswagenStiftung die Rudolf Augstein Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, die Gemeinnützige Hertie-Stiftung, die Joachim Herz Stiftung sowie die ZEIT STIFTUNG BUCERIUS. Der Stiftungs-Server auf Mastodon wurde zusammen mit der gemeinnützigen Organisation Save Social – Networks For Democracy entwickelt und umgesetzt.
Offen für weitere Stiftungen
Das Ziel des Projekts: Die Social-Media-Kommunikation unabhängiger von großen kommerziellen Plattformen machen und zugleich neue Räume für den öffentlichen Dialog schaffen. Die beteiligten Stiftungen verfolgen dabei eine "Plus 1-Strategie": Bestehende Kanäle auf etablierten Plattformen werden nicht ersetzt, aber ergänzt durch eine eigene, wertebasierte Infrastruktur.
"stiftungen.social" ist ausdrücklich als offenes Angebot angelegt: Weitere Stiftungen, die sich den demokratischen Grundwerten verpflichtet fühlen, können sich anschließen und Teil des Netzwerks werden.
Beitrag zu digitaler Souveränität in Deutschland und Europa
Mit "stiftungen.social" stärken die beteiligten Organisationen eine digitale Öffentlichkeit, die auf europäischen Open-Source-Technologien basiert und ohne algorithmische Verzerrung auskommt. Gerade auch für Wissenschaftler:innen und wissenschaftsnahe Institutionen gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung: Transparente Kommunikation, vertrauenswürdige Informationen und offener Austausch sind zentrale Voraussetzungen für Forschung und gesellschaftlichen Fortschritt.
"In den Netzwerken US-amerikanischer und chinesischer Konzerne nehmen Hass, Hetze und Desinformation massiv zu. Die Plattformen entziehen sich zudem ihrer Verantwortung und einer Regulierung. Dadurch wird das Vertrauen in Informationen untergraben und gesellschaftliche Debatten werden durch Algorithmen verzerrt. Mit ‚stiftungen.social‘ setzen wir ein deutliches Zeichen für unabhängige soziale Netzwerke und stärken neue unabhängige digitale Räume", begründet der Initiator:innenkreis sein Engagement.
Auftakt im Kontext gesellschaftlicher Debatten
Vorgestellt wird das Projekt erstmals im Rahmen des 2MR-Festivals in der Bucerius Law School in Hamburg, das sich mit demokratiestärkenden sozialen Medien beschäftigt.
Parallel dazu veröffentlichen die beteiligten Stiftungen ihre ersten Beiträge auf Mastodon und machen ihre Aktivitäten unter dem Hashtag #neuhier sichtbar. Eine Übersicht aller Accounts findet sich unter https://fedidevs.com/s/OTk3/.